DER ARBEITSMARKT

Etwa 2,73 Millionen Menschen sind im Jahr 2021 arbeitslos gemeldet. Zum Jahresbeginn gab es einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote, die größtenteils mit der Corona-Krise und die daraus entstandene unklare Entwicklung, begründet ist. Die Arbeitslosenquote ist derzeit noch erhöht, dennoch ist eine sinkende Tendenz in den letzten Monaten zu beobachten. Laut Statistiken hat sich im zweiten Quartal die Wirtschaft deutlich erholt und der Arbeitsmarkt wieder verbessert.
Die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind trotz des deutlichen Einflusses der Pandemie gesunken. Zwar wird der Arbeitsmarkt immer noch durch den hohen Einsatz von Kurzarbeit gestützt, allerdings hat die Inanspruchnahme des Kurzarbeitsgelds kräftig abgenommen. Rund 2,58 Millionen Personen waren im August als arbeitslos registriert, somit ist die Arbeitslosenquote gesunken (Statista Research Department, 08.09.2021; Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt August 2021).

DER AUSBILDUNGSMARKT

Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Arbeitsmarkt sondern auch den Ausbildungsmarkt hart getroffen. Besonders jüngere Menschen sind im Bezug auf ihre Bildungs- und Beschäftigungschancen sehr verunsichert. Vor allem diejenigen mit geringer schulischer Vorbildung haben es besonders schwer einen Ausbildungsplatz mit guten Erwerbsaussichten zu finden. Stattdessen absolvieren sie häufig Maßnahmen des Übergangssystems.

Wenn es um Ausbildungschancen geht, geht es um Zukunft. Um die Zukunft der Jugendlichen und um unser aller Zukunft.

Schlagworte wie „Akademisierung“ oder „Attraktivitätsverlust der Berufsausbildung“ verstärken diese Unsicherheit. Daher ist es notwendig, den betrieblichen Ausbildungs- und Berufsweg, als gute Alternative zum Studium, attraktiver zu machen, und Interessierten einen Ausbildungsplatz zu garantieren.

Warum ist das wichtig?

In Deutschland sind ca. 13 Prozent der Arbeitslosen ungelernt. Sie haben entweder keine abgeschlossene Berufsausbildung oder sie bringen mangelnde bis keine Qualifikationen mit. Insbesondere die ältere Generation ist davon betroffen. Alarmierend ist, dass besonders junge Arbeitslose mit Migrationshintergrund keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, das eher auf die Erziehung und auf ein anderes Bildungs- und Rollenverständnis zurückzuführen ist. Dennoch sind in Deutschland ebenfalls qualifizierte junge Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Ein Grund dafür ist das geringe Angebot von höherwertigen Ausbildungsplätzen.

Die Arbeitslosenzahl der höherqualifizierten Universitätsabsolventen befindet sich noch im natürlichen Rahmen. Daraus lässt schließen, dass eine der Hauptursachen von Arbeitslosigkeit, ein geringes Qualifikationsniveau ist und eine Ausbildung für den Beschäftigungserfolg unentbehrlich ist.

Der Zugang von Bildung und die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt verspricht eine positive Gestaltung der Gesellschaft in vielerlei Hinsicht. Hierbei ist nicht nur das Entgegenwirken des Fachkräftemangels gemeint. Auch die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland ist davon betroffen. Menschen mit solidem Einkommen, die sich am gesellschaftlichen Leben aktiv beteiligen können, sind zufriedener als diejenigen, ohne Ausbildungschancen, die arbeitslos sind oder ihren Alltag mit niedrigen finanziellen Mitteln bewältigen müssen.
Trotz Besserung der Situation des Ausbildungsmarktes durch die Lockerungen der Pandemiebeschränkungen, ist die Lage weiterhin stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Allerdings ist laut Handelskammer die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Diese Entwicklung lässt die Annahme zu, dass die Lockerungen der Pandemiebeschränkungen junge Menschen wieder vermehrt Ausbildungs- und Jobmessen besuchen und Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben aufnehmen.

Ausbildungsperspektiven in Zeiten von Corona Eine repräsentative Befragung von Jugendlichen Ingo Barlovic, Denise Ullrich, Clemens Wieland

Sabrin Daoud