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Fachtexte

Was sind die sogenannten Soft Skills?

By 4. November 2022November 22nd, 2022No Comments
Soft Skills, Hard Skills

Was sind die sogenannten Soft Skills?

Immer wieder hört oder liest man – insbesondere im Bewerbungsprozess bzw. im beruflichen Kontext- von Soft Skills. … und dass sie Voraussetzung für einen Job sind … und dass sie sehr wichtig sind… und, und, und. Scheinbar geht nichts mehr ohne Soft Skills.

Was verbirgt sich dahinter? Vor 40 Jahren war einzig und allein fachliches Wissen entscheidend, natürlich auch handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit. Man hat die Arbeit gemacht und es wurde nicht viel drumherum nachgedacht. Arbeitgeber fingen aber irgendwann an, sich zu fragen, warum ihre Mitarbeiter nicht mehr die volle Leistung bringen, warum die Motivation nachlässt, warum die Begeisterung zu wünschen übrig lässt u.s. w. Und das neue Zauberwort hieß „Soft Skills“.

Man hatte erkannt, dass neben den fachlichen Kompetenzen (messbare Hard Skills wie Abschlüsse, Zeugnisse, Zertifikate und sonstige schriftliche Nachweise) auch die nicht messbaren Kompetenzen (Soft Skills) eine wichtige Rolle spielen.

Definition Soft Skills: Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „weiche Fähigkeiten“. Damit sind die sogenannten Schlüsselkompetenzen gemeint, die man in drei Kategorien von Kompetenzen einteilen kann: persönliche, soziale und methodische Kompetenzen.

In der folgenden Tabelle erhält man einen Überblick über die verschiedenen Kompetenzarten mit den entsprechenden Soft-Skills:

Persönliche Kompetenz Soziale Kompetenz Methodische Kompetenz
Selbstvertrauen Teamfähigkeit Zeit- und Selbstmanagement
Motivation Empathie Organisationsfähigkeit
Neugier / Lernbereitschaft Kommunikationsfähigkeit Stressresistenz
Auftreten Kritikfähigkeit Rhetorik
Durchsetzungsvermögen Toleranz Analytische Fähigkeiten
Engagement Zuverlässigkeit Auffassungsgabe
Belastbarkeit Durchsetzungsvermögen Medienkompetenz
Eigeninitiative / Selbstständigkeit Konfliktfähigkeit Zielorientierung
Selbstreflexion Menschenkenntnis Problemlösungskompetenz
Flexibilität Emotionale Intelligenz Selbstdisziplin
Leistungsbereitschaft Disziplin Komplexes Denken
Engagement Mitgefühl Selbstständiges Arbeiten
Verantwortungsbewusstsein Optimismus Effizienter Arbeitsstil / effektives Delegieren
Empathie Sorgfalt Strukturiertes Arbeiten
Geduld Präsentationsfähigkeit
Ehrlichkeit

Persönliche Kompetenzen

bestimmen den Umgang mit sich selbst und umfassen viele Kompetenzen zwischenmenschlicher Bereiche. Sie sind eher auf der emotionalen und kommunikativen Ebene und betreffen das individuelle, soziale und methodische Vermögen. Dazu gehören neben den in der oben aufgeführten Tabelle auch die Körpersprache und die Fähigkeit zu beobachten – nicht zu unterschätzende Punkte.

Wer in einem Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck hinterlassen will, kommt heute nicht mehr darum, sich mit seinen persönlichen Kompetenzen auseinander zu setzen, denn das bedeutet Selbstreflexion. Setzt man sich gezielt und ganz bewusst mit den eigenen Kompetenzen auseinander, nimmt man ganz neue Dinge an sich selbst wahr, bzw. beobachtet diese wiederum an anderen.

Bei einer Selbstanalyse wird man feststellen, dass man bereits über verschiedene persönliche Kompetenzen verfügt. Dagegen kann man auflisten, welche Kompetenzen für eine bestimmte Stelle, einen bestimmten Job oder für bestimmte Ziele benötigt werden. Sollten sich Unterschiede ergeben, dann muss an den persönlichen Kompetenzen gearbeitet werden.

Soziale Kompetenzen

sind die, welche das Umfeld betreffen und die es ermöglichen, überhaupt mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Sie helfen, mit anderen Menschen in Verbindung zu treten, sich zu integrieren und zu kommunizieren. Man kann die besten Schulnoten, die perfektesten Abschlüsse haben – ohne soziale Kompetenzen wird man nicht erfolgreich sein. Das fachliche Wissen lässt sich erlernen, aber erst durch soziale Kompetenzen können Menschen das Potenzial dieser Fähigkeiten nutzen und einsetzen.

Soziale Kompetenzen gehen von Kommunikationskompetenz über Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit bis hin zur interkulturellen Kompetenz und Selbstdisziplin. Welche sozialen Fähigkeiten im Einzelnen gefragt sind, hängt natürlich vom jeweiligen Job, den Aufgaben, den Mitarbeitern und vielem mehr ab. Von einer Führungskraft kann man andere soziale Kompetenzen als von einer Hilfskraft erwarten, ein Empfangsmitarbeiter muss andere soziale Kompetenzen aufweisen als ein Produktionsmitarbeiter oder ein Vertriebler.

Man kann soziale Kompetenzen auch einteilen in die, die sich auf den Umgang mit anderen Menschen beziehen und in die, die sich mit dem Umgang mit sich selbst beschäftigen (z.B. Fähigkeit zur Selbstreflexion, Selbstdisziplin). An der Stelle ist die Grenze zu den persönlichen Kompetenzen fließend. Bestimmte persönliche Kompetenzen passen auch in die Kategorie soziale Kompetenzen und umgekehrt.

Wer ist sozial kompetent?

Das bedeutet, dass sich derjenige durchsetzen sollte, wenn es notwendig ist bzw. wenn man andere für die eigenen Ziele gewinnen muss. Aber auf der anderen Seite merkt ein sozial kompetenter Mensch, wann er sich besser anpasst oder Kompromisse eingehen muss.

Methodische Kompetenzen sind Herangehensweisen, Denkweisen, Arbeitstechniken und Strategien, die dabei helfen, Ziele zu erreichen, also die Art, wie man etwas macht bzw. erreicht. Informationen können mit Hilfe methodischer Kompetenzen sichtbarer strukturiert, Probleme genauer analysiert, Ergebnisse besser überprüft und Strategien klarer definiert werden.

Die Methodenkompetenz umfasst also die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um Informationen und insbesondere Fachwissen einzuholen, beides zu strukturieren und auszuwerten sowie allgemein um Probleme zielorientiert, vor allem durch Treffen von Entscheidungen und Setzen von Prioritäten, zu lösen (s. Wikipedia). Es geht um die Fähigkeit, komplexe, sachlich-gegenständliche Probleme zu lösen.

Im Berufsleben, aber auch im privaten Umfeld sind Methoden als außerfachliche Kompetenzen sehr wichtig, weil damit Arbeitsaufgaben systematisch organisiert, gewonnene Informationen interpretiert und angestrebte Ziele effektiv verfolgt werden können. Sie sind sozusagen das Fundament für Fachkompetenz.

Auch hier gilt, für unterschiedliche Arbeiten, Jobs und Stellen werden verschiedene methodische Kompetenzen benötigt. Und nicht immer kann eine Fähigkeit ganz eindeutig einer Kompetenz-Kategorie zugeordnet werden, Zuverlässigkeit kann z. B. in die methodischen Kompetenzen eingeordnet werden, aber auch in die sozialen.

Fazit: Neben Hard Skills – als nachgewiesenem Fachwissen, sind Soft Skills unerlässlich. Sicher ist Fachkompetenz immer eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt etwas zu machen, aber ohne die soften Kompetenzen geht es dann doch nicht. Da die Menschen heutzutage kaum noch ganz allein für sich arbeiten bzw. leben, sind Soft Skills für das Gelingen des Miteinander – sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich – extrem wichtig geworden.

Für unterschiedliche Bereiche und Aufgaben bzw. Anforderungen werden unterschiedliche Soft Skills benötigt bzw. vorausgesetzt. Man kann die weichen Skills „erlernen“ bzw. sich aneignen – aber nur bis zu einem bestimmten Grad. So wird z. B. jemand, der sehr ungern kommuniziert bzw. im Mittelpunkt steht, nie der super erfolgreiche Verkäufer oder Entertainer werden, auch wenn er immer wieder Verkaufsgespräche übt, an seiner Selbstdarstellung arbeitet und Rhetorik-Kurse besucht. Aber man kann die Defizite verkleinern und abbauen, auch wenn sie teilweise nicht ganz überwunden werden können.

Wilja Vollbrecht
(Geschäftsführerin)

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