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Fachtexte

Wir stellen akademische Berufe vor: Umwelttechnik

By 12. April 2022No Comments

Unter Umweltingenieurwesen oder Umweltschutztechnik versteht man technische und technologische Verfahren zum Schutz der Umwelt sowie zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme. Der Bachelor of Science „Umwelttechnik“ bildet Absolvent:innen zu Expert:innen in diesem Bereich aus und ist üblicherweise als 1-Fach Bachelorstudiengang aufgebaut. Im weiteren akademischen Verlauf ist es dann möglich, den ebenfalls naturwissenschaftlichen Masterstudiengang in „Umwelttechnik“ zu absolvieren. Je nach Universität sind die akademischen Schwerpunkte unterschiedlich und individuell wählbar. Die Grundlagen im Bachelorstudium bilden sich grundsätzlich aus den Fächern Mechanik, Mathematik, Chemie und Physik. Darüber hinaus erlernen Studierende zum Beispiel Inhalte aus den Richtungen „Nachhaltige Prozess- und Umwelttechnik“ oder „Umweltplanung“. Letzteres beschäftigt sich mehr mit Inhalten des Bauingenieurwesens, wogegen angehende Akademiker:innen im ersteren Bereich mit klassischen Fächern des Maschinenbaus konfrontiert werden. Andere Hochschulen legen ihren Schwerpunkt wiederum stärker auf das Feld regenerative Energien – also Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme. In diesem Schwerpunkt spezialisieren sich die Studentinnen und Studenten vor allem in dem Fach Elektrotechnik. Während die allgemeinen Grundlagenfächer während des Bachelors vor allem auf die Theorie der Umwelttechnik ausgelegt sind, liegt der Fokus in den vertiefenden Kursen verstärkt auf praktischen Übungen. Vor allem im Masterstudiengang kommt der praktische Bezug nicht zu kurz. Auch einige Praktika sind während der akademischen Laufbahn vorgesehen, um angehende Umwelttechniker:innen bestmöglich auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft vorzubereiten.

Die Nachfrage nach akademisch ausgebildeten Umwelttechniker:innen steigt

Student:innen, die einen technischen Studiengang erfolgreich abgeschlossen haben, haben grundsätzlich sehr gute Berufschancen. Insbesondere durch die immer weiter fortschreitende Klimakrise sind aber Umwelttechniker:innen aktuell besonders gefragt und werden auch in Zukunft sehr hohe Chancen auf einen sicheren und sehr gut bezahlten Job haben. Die Politik ist dazu gezwungen, sich mit erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen und muss Lösungen finden, wie die Energieversorgung in Zukunft nachhaltiger und umweltschonender gestaltet werden kann – dafür werden Expert:innen auf diesem Gebiet benötigt: Umwelttechniker:innen. Ebenso wird Wasser zu einer immer knapperen und somit wertvolleren Ressource. „Der Umgang mit Abwasser und damit die Frage, wie sich Mikroschadstoffe, kleinste Plastikteilchen und Mikroorganismen aus dem Abwasser entfernen lassen, wird deshalb immer wichtiger“, sagt Susanne Lackner, die an der TU Darmstadt im Fachgebiet Abwasserwirtschaft forscht und lehrt. Deshalb können Umwelttechniker:innen nach ihrem akademischen Abschluss auch in dieser Jobbranche eine vielversprechende berufliche Karriere starten. Neben diesen großen und offensichtlich immer wichtiger werdenden Berufsbranchen steht den Absolventen aber auch eine große Bandbreite in diversen anderen Bereichen für den Karriereweg offen. So sagt Marcus Reppich, der an der Hochschule Augsburg den Bachelorstudiengang Umwelt- und Verfahrenstechnik leitet: „Ob chemische Industrie, Luft- und Abwasserreinhaltung, Lebensmittel- und Pharmaindustrie oder Maschinenbaufirmen, für unsere Absolventen sehe ich überall gute Chancen, einen Job zu finden!“ Nicht erst seit “Fridays for Future“ sind Themen wie die Rohstoffverknappung, Umweltschutz oder die Reduzierung des Energieverbrauchs, insbesondere bei jungen Menschen präsent. Auch Marcus Reppich sieht diese Problematiken und beschreibt den Studiengang Umwelt- und Verfahrenstechnik wie folgt: „Unser Anspruch in der Verfahrenstechnik ist, die Umwandlung von Rohstoffen in Produkte so energieeffizient wie möglich zu gestalten, um negative Auswirkungen auf Umwelt und Klima minimal zu halten.“ Absolvent:innen eines Studienganges in dieser Richtung leisten somit einerseits einen enorm wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, damit die Lebensqualität aller langfristig gehalten oder verbessert werden kann und sichern andererseits ihre persönliche Karriere, da diese Berufsbranche aktuell, als auch in Zukunft, beste Job- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Um die Chancen zum erfolgreichen Berufseinstieg zu erhöhen, sind Praktika, Trainee-Programme oder Weiterbildungen und Coachings sinnvoll. Aber auch im Laufe der Karriere ist es insbesondere für Umwelttechniker:innen enorm wichtig, immer up to date zu sein und sich ständig weiterzubilden – auch persönlich. Es ist daher sinnvoll, schon bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers bzw. der zukünftigen Arbeitgeberin darauf zu achten, ob es dort die Möglichkeit zu Weiterbildungen und Coachings gibt.

Auf einen Blick

Module & Schwerpunkte im Studium

  • Mechanik
  • Chemie
  • Physik
  • Mathematik
  • Prozess- &Umwelttechnik
  • Umweltplanung
  • Bauingenieurwesen
  • Maschinenbau
  • Regenerative Energien
  • Elektrotechnik

Übliche Arbeitsbereiche / Berufe

  • Wasseraufbereitung bzw. Abwasserwirtschaft
  • Erneuerbare Energien (Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme)
  • Kraftwerktechniker:in
  • Landwirtschaft
  • Bildung & Forschung
  • Erfassung und Überwachung von Schadstoffen, Schadstoffsanierung
  • Müllverbrennung bzw. –beseitigung
  • Strahlenschutz
  • Gewässerschutz
  • Recycling
  • Messtechniker:in
  • Umweltingenieur:in
  • Umweltberater:in
  • Unternehmensberatung
  • Umweltmanagement

Wichtige Hard und Soft Skills

  • Technikinteresse & -verständnis
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
  • Analytische Fähigkeiten
  • Kreativität
  • Mathematisches Verständnis
  • Natur- und Umweltschutzbegeisterung

Gehaltsaussichten

Durchschnittliches Einstiegsgehalt 38.000 € – 45.000 € im Jahr, nach mehr als 5 Jahren Berufserfahrung verdienen Umweltingenieure ca. 60.000 € im Jahr (Quelle: https://www.studycheck.de/studium/umwelttechnik)

Carla Kemper
(Verwaltungsangestellte & angehende Akademikerin)

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